Prokrastination fest im Griff! Mit Coolness raus aus der Aufschieberitis!

die Blaubeeren sind schuld..

Prokrastinieren – kann ich sehr gut! Schon seit 3 Tagen will ich den neuen Blogartikel auf´s Papier bringen. Ich hatte mir fest vorgenommen heute nachmittag endlich mit den ersten Zeilen anzufangen. Stattdessen ging ich in den Wald Blaubeeren sammeln. Denn eine innere Stimme sagte: „aufgeschoben ist nicht aufgehoben, also geh schon – hol die Beeren, bevor es keine mehr gibt!“

Es ist nicht so, dass ich auf der faulen Haut liege. Ich schiebe wichtige Aufgaben nur vor mir her und widme mich stattdessen hingabevoll banalen Aufgaben, ich prokrastiniere! Ich lebe meine Aufschieberitis manche Tage eben voll aus! Aber wieso eigentlich? Ich blogge wirklich gerne und es macht mir riesig Spass. Habe ich erst einmal angefangen, muss ich über meine eigene Aufschieberitis schmunzeln. Ich spürte die Zeit ist reif um zu hinterfragen, was an dieser Aufschiebe-Thematik wirklich dran ist!

Aufschieberitis als Gedankenvorlauf?

Dieser Blog hatte seinen magischen Ursprung mitten im Wald, ohne dass mir das so richtig bewusst war! Während die Blaubeeren in die Schale perlten, formten meine Gedanken im Hintergrund die Struktur für diesen Artikel. Das Pflücken erforderte kaum Aufmerksamkeit und so sprudelten meine Gedanken um das Thema prokrastinieren.

Die Tatsache, dass Aufschieberitis auch eine Art Vorlauf sein kann, um die Aufgabe gedanklich zu formen, ist interessant. Tatsächlich beginnt der Arbeitsmodus bereits mit dem Nachdenken und ist eine nützliche Abkürzung. So kann ich zuhause gleich mit dem Schreiben loslegen und die Hauptarbeit – die geistige Recherche – was aufs Papier soll, ist bereits getan. Ohne dass es mir bewusst war!

die wenigsten sind faul

Prokrastinieren wirkt sich unter bestimmten Umständen vorteilhaft aus. Die allerwenigsten Menschen, die gut aufschieben können, sind nämlich wirklich faul. Allerdings kasteien wir uns selbst, weil wir das Gefühl haben, als wären wir faul, was nicht der Realität entspricht. Wenn Prokrastination richtig dosiert ist, dann sparen wir uns Stress und der Spaßfaktor steigt ultimativ! Denn es geht kaum besser, als erholsam im Wald zu spazieren und gleichzeitig ein kreatives Brainstorming zu haben oder? Von dieser Seite betrachtet ist also Beeren sammeln auch Arbeitszeit bzw. umgekehrt, cool! Probier das mal deinem Chef zu verkaufen!

wenn prokrastinieren leicht fällt

Rückblickend in meinem Leben gab es unzählige Aufgaben, die sich erstaunlicherweise dadurch erledigten, weil ich mich nicht sofort darum gekümmert hatte. In dieser Zeit aber konnte ich andere, schönere Dinge tun, die mir entweder wichtiger waren und ich lieber tat, was für ein gutes Gefühl in mir gesorgt hatte. Dafür hat sich meine Aufschieberitis einen dicken Bonuspunkt verdient.

wenn prokrastinieren schwer fällt

Eine typische Situation, wo mir und anderen Menschen prokrastinieren schwerfällt, ist der Verkehrsstau. Obwohl ich die Erfahrung gemacht habe, dass ich schneller angekommen wäre, hätte ich abgewartet bis der Stau sich auflöst. Trotzdessen umfahre ich und nutze solche Situationen viel zu wenig, obwohl hier Aufschieberitis überlegenswert wäre. Das ist deshalb so, weil wir in diesem Fall das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren, nämlich „am Zielort ankommen“. Die Beweglichkeit, also das Gefühl aktiv etwas zu unternehmen rückt in den Vordergrund. Wir täuschen uns dadurch selbst.

keine Zeit für Aufschieberitis

Ein weiterer Aspekt der Prokrastination wird in Beziehungen sichtbar. Hinter der Aufschieberitis in Partnerschaften verbirgt sich so manches Kontrollproblem. Vertraue ich nicht darauf, dass meinE PartnerIn es genauso gut erledigt oder vielleicht noch besser? Wir reißen Aufgaben an uns, obwohl wir gar keine Zeit dafür oder Lust darauf haben. Wenn dann der Partner noch Empfehlungen abgibt, wie es am besten gemacht werden sollte oder anfängt zu drängeln, endlich ins Tun zu kommen, dann ist ein Streit vorprogrammiert. Wir erledigen es, wenn überhaupt, wider Willen und mit Frust.

Prokrastination bedeutet soviel wie: „für den morgigen Tag“

Wir prokrastinieren immer dann, wenn wir etwas nicht tun wollen:

  • entweder aus Angst oder
  • weil es uns lästig ist

Deshalb ist es wichtig bewusst hinzuschauen:

  • fehlt dir im Moment nur die Lust oder
  • musst du dich dazu zwingen es zu tun

Fühlt es sich wie ein Zwang an, dann ist es möglicherweise ein Hinweis darauf, dass du „das Falsche“ machen willst. Denn es gibt für alles einen „richtigen Zeitpunkt“ und hier liegt nahe, dass es für dich – in diesem Moment – nicht an der Zeit ist.

Wenn aber für geplante Aktivität der richtige Zeitpunkt niemals kommt, dann ist das der sichere Beweis dafür, dass dies nicht dein Weg ist. Diese Situation hat nichts mit Prokrastination zu tun, die Ursache liegt tiefer.

raus der Prokrastination ~ 4 ultimative Tipps

  • Hinterfrage bei deinem aktuellen Vorhaben immer wieder, ob du es wirklich umsetzen möchtest und auch, warum dir die Motivation fehlt. Oft ist dir das Resultat nicht wichtig genug. Dann hinterfrage dein Vorhaben besser komplett und verschwende nicht deine kostbare Zeit!
  • Jeder Mensch hat ein bestimmtes Maß an Selbstüberwindung zur Verfügung, wenn du das aufgebrauchst für Dinge die dir extrem schwerfallen und du für eine Sache sehr viel Überwindung brauchst, dann bleibt nur wenig Energie übrig für die wirklich wichtigen Dinge, die dich weiterbringen. Deshalb wäge sorgfältig ab, in wie weit dieser Zwangseinsatz für dich überhaupt sinnvoll ist.
  • Bei nervigen Aufgaben empfiehlt sich das Prinzip EAT THE FROG FIRST! Mach die Aufgabe des Tages, auf die du am wenigsten Lust hast, als Erstes direkt morgens, bevor du deine anderen Themen angehst. So belohnst du dich im Anschluss mit den Dingen, die dir mehr Spaß bereiten und das Beste ist, das lästige Übel ist schon erledigt!
  • um gute Arbeit zu liefern ist es sinnvoll in ausgewogener oder kreativer Stimmung zu sein. Das gelingt uns nicht alle Tage. Dann wäre es ratsam, die geplanten Dinge wirklich aufzuschieben und auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.

mein Buchtipp:

Sascha Lobo und Kathrin Passig beschreiben in ihrem Buch mit einem ebenso provokativen wie unverzichtbarem Lob an die Disziplinlosigkeit, wie man sich dem Druck endloser To-do-Listen entziehen kann.

Vieles, was uns fertigmacht, weil es von uns fertig gemacht werden will, ist ohnehin nicht wert, dass man sich darüber den Kopf zerbricht….

Fühl dich von ganzem Herzen umarmt

Deine Brigitte

Holistic Life & Sales Coaching