Wie Du alte Gewohnheiten loslässt – meine 3 Tipps für dich

 

Im Laufe unseres Lebens entwickeln wir sehr viele Gewohnheiten. Unser Gehirn versucht wiederkehrende Verhaltensmuster in eine Gewohnheit umzuwandeln, um uns den Alltag immens zu erleichtern.

 

Wenn ich morgens im Bett – erst halbwach – jeden Handgriff überlegen müsste: wie steige ich jetzt aus dem Bett, welchen Fuß schwinge ich zuerst auf den Teppich, an welchem Zahn fange ich das Zähneputzen heute an? Bei dem Gedanken überkommt mich ja schon erneut Müdigkeit bevor ich überhaupt das Bett verlassen habe. Das würde ganz schön anstrengend werden.

 

 

Warum erleichtern uns Gewohnheiten den Alltag?

 

Beobachten wir kleine Kinder, dann wird uns erst wieder bewusst, wie oft sie gezielt Abläufe wiederholen. Tage- und manchmal wochenlang bilden sie neue Fähigkeiten aus bis es zur Routine wird. Das eingeübte Verhaltensmuster kann jetzt jederzeit abgerufen werden.

 

Gewohnheiten werden aus dem Unterbewusstsein gesteuert, wir müssen die genauen Handlungsschritte nicht mehr überlegen. Nicht selten erwischen wir uns dabei, wie wir geistig abdriften und ganz woanders sind in diesem Moment. Denn alles passiert automatisiert.

 

Ich erinnere mich noch sehr genau an meine ersten Fahrstunden. Es waren so viele Abhandlungen zeitgleich nötig, dass ich an mir gezweifelt habe und wirklich dachte: Brigitte, das schaffst du nie! Es war frustrierend, aber in meiner Jugend war der Führerschein ein Stück Freiheit und deshalb wollte ich ihn unbedingt schaffen.

 

 

Wer kennt das noch? Kupplung langsam kommen lassen – im gleichen Moment ausreichend Gas geben und gleichzeitig die Handbremse lösen. Oftmals noch an einer Kreuzung und die Konzentration aufs Übrige Verkehrsgeschehen legen. Puh.. harte Nuss damals.

 

Ein Jahr später, mit ausreichend Übung und Fahrpraxis, konnte ich locker am Berg anfahren, ohne dass die Karre abgestorben, der Motor laut aufgeheult und mich Fußgänger erbost angesehen haben!

 

Was haben alle Gewohnheiten gemeinsam?

 

Positive Gewohnheiten behalten wir sehr gerne. Dafür möchten wir negative, die nicht mehr zu unserem Leben passen, gerne aufgeben. Besonders dann, wenn Sie unsere Lebensqualität beeinträchtigen oder sich schädigend auf unsere Gesundheit auswirken. Der Klassiker ist das Rauchen.

 

Tipp 1:

Alle Gewohnheiten haben eine Gemeinsamkeit, sie sind mit einer Belohnung verbunden!

 

Beim Erlernen neuer Fähigkeiten belohnt uns das Gehirn mit der Ausschüttung von Dopamin, einer Körpereigenen Droge. Das wiederum spornt uns an immer weiter unsere Fähigkeiten auszubauen, weil wir im Unterbewusstsein wissen, der „Glückskick“ wartet schon.

 

Im Falle einer Zigarette, kann die Belohnung eine kurze Unterbrechung der Tätigkeit sein, also eine Pause einzulegen. Und auch die Werbung signalisierte mit dem reiten Cowboy: Zigarette bedeutet Freiheit und Selbstbestimmung. Das ist ein verführerischer Anreiz.

 

Tipp 2:

Jede Gewohnheit verknüpft unser Gehirn mit einem Auslösereiz!

 

Taucht dieser Auslösereiz auf, möchte dein Gehirn, dass du die Gewohnheit ausführst, um die Belohnung zu kassieren!

 

Mein Auslösereiz bei der ersten Tasse Kaffee am Morgen ist in enorm und die schmeckt am besten auf dem Sofa. Ich durchlaufe in Gedanken meinen Tag und gönne mir gleichzeitig als Belohnung schon mal die erste Pause. Dieses angenehme Ritual liesse sich den ganzen Tag fortsetzen. Was ich damit sagen will? Manche Tage brauche ich wirklich Disziplin, um nicht den ganzen Tag mit meiner Kaffeetasse – eingemummelt mit meiner Lieblingsdecke – im Sofa zu versinken. Kennst du das auch?

 

 

Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob eine Gewohnheit gut oder schlecht für uns oder unsere Gesundheit ist. Haben wir den Entschluss gefasst unser Leben neu zu gestalten, dann müssen wir schon einiges tun um die breite, ausgefahrene Straße zu verlassen. Und es bedarf einiger Anstrengung, um nicht erneut in alte Muster zu verfallen.

 

Wie transformierst du ausgediente Verhaltensweisen?

 

Tipp 3:

Vor der erwünschten Veränderung ist eine Reflexion der entscheidende Faktor um die Verknüpfungen zu hinterfragen.

 

Die Erkenntnis, welche Auslösereiz angetriggert wird und was die Belohnung darstellt, ist fundamental.

 

Wenn du Klarheit darüber hast, welche Verknüpfungen im Hintergrund kontinuierlich die gleiche Verhaltensabfolge bestimmen, ist es leichter, diese zu verändern. Zum Beispiel könnte ich morgens anstelle auf dem Sofa sitzend, durch den Garten laufen und die Tasse Kaffee durch ein Glas Tee ersetzen. Die Belohnung wäre frische Luft ohne ungesundes Koffein, also „weg von“ Kaffee/Couch und „hin zu“ Tee/Spaziergang als neues Ritual und gesunden Ersatz.

 

Wie entsteht eine neue Gewohnheit?

 

Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Auto. Stell dir vor, du fährst heute zum ersten Mal in ein unbefahrenes Gelände. Damit hinterlässt du Reifenabdrücke auf dem Erde. Wenn du jeden Tag die gleiche Spur fährst, dann wird die zu größeren Fahrtrillen. Wenn du das über einen längeren Zeitraum wiederholst, dann wird es zu einem breiten Weg, der immer ausgefahrener wird. Jetzt kannst du ganz bequem fahren und bald kennst du die Straße in- und auswendig. Jetzt hast du eine Vorstellung, auf welche Weise sich neue Verhaltensweisen etablieren.

 

 

Meine 3-Must-Have: Regelmäßigkeit, Disziplin und Durchhaltevermögen

 

In einer Studie mit Astronauten wurde nachgewiesen, dass ein Zeitraum von 21 Tagen nötig ist, um eine Gewohnheit zu verändern. Die Probanden mussten Tag und Nacht dauerhaft eine reparierte Brille tragen, die das gesehene Bild auf den Kopf stellt. Nach wenigen Tagen stellte sich bei allen Probanden der Sehbereich trotz der Brille um und sie sahen ganz normal die Bilder. Interessant dabei war die Beobachtung: Diejenigen, die die Brille 21 Tage dauerhaft trugen, konnten sie abnehmen und Stunden später erneut aufsetzen, ohne dass das Bild sich erneut auf den Kopf stellte. Das Auge glich die Umkehrung sofort aus. Der andere Teil der Probanden, denen es stundenweise erlaubt war , währen der 21 Tage die Brille abzunehmen, fingen jedes Mal wieder mit den verdrehten Bildern an.

 

Es gibt inzwischen unzählige Untersuchungen hinsichtlich dieser 21-Tage-Gewohnheit. Fakt ist:

 

  • In dieser Zeit hast du mit deinen Durchhaltevermögens bereits die Fahrtrillen deiner späteren Straße verbreitet
  • Bleib diszipliniert dran und steck dir dazu ein Karteikärtchen zur Erinnerung ein
  • Tue es regelmäßig!

 

Das Allerwichtigste: hab Spaß und Freude dabei, denn ohne diese beiden Komponenten geht gar nix!

 

Fühl dich von ganzem Herzen umarmt

 

Deine Brigitte

 

 

Wenn dich dieser Blog Artikel inspiriert hat, dann schreib mir gerne in den Kommentaren.

 

  • Welche Gewohnheit würdest du gerne ablegen?
  • Hast du schon ein neues Verhaltensritual für dich entdeckt?
  • Was hat dich in meinem Blogartikel am meisten inspiriert?