Wie du Wartezeit in „Me-Time“ verwandelst!

Neulich rief ich bei einer Telefongesellschaft an, um meinenVertrag anzupassen. In der Vergangenheit hatte ich bereits das ein oder andere Mal eine ungeliebte Erfahrung mit Kommunikationstechniken gemacht. Demnach war ich nicht wirklich in freudiger Erwartung für das, was mich sehr wahrscheinlich erwarten würde und wußte: „da muss ich jetzt einfach durch.“ Also nahm das Spiel seien Lauf, genau so wie ich es mir im Kopf bereits ausgemalt hatte…..

Am Telefon begrüßte mich eine freundliche Computerstimme und forderte mich auf, die Kundennummer einzutippen. Während sie mich durchs Menü führte, sollte ich mehrere Aktionen ausführen. Prompt landete ich anschließend – wie erwartet – in der Warteschleife.

Mein Déjà-vu

Als eine Tonaufnahme dann das dritte Mal wiederholte – bitte haben Sie Geduld – spürte ich leichten Unmut aufsteigen. Just in time meldete sich dann doch der Techniker zum Gespräch – puh, diesmal Glück gehabt, dachte ich. Noch während ich erleichtert mein Anliegen schilderte, hörte ich ein „klick“ in der Leitung und der Techniker war nicht mehr an der Strippe. In dem Moment spürte ich, wie ich innerlich ungemütlich wurde.

Kennst du das Gefühl… 

wenn dir keine Möglichkeit einfällt, um aus der Situation auszusteigen? Wenn du genau weißt, das gesamte Procedere geht jetzt von vorne los? 

Also, wählte ich wieder die kostenlose Nummer, wieder empfing mich die freundliche Computerstimme, wieder führte sie durchs Menü, um mich erneut in die Warteschleife zu hängen. Diesmal erlöste mich ein anderer Techniker und ich begann wieder am Anfang der Story –  alles noch einmal… bis es wieder „klick“ machte. Die Leitung war ein zweites Mal getrennt. Ich will es nicht glauben! Ich spürte sofort die Wärme im Körper aufsteigen und ich war am besten Wege mich zu ärgern!

Alle guten Dinge sind 3…

Dieses Szenario hatte ich mir in allen Einzelzeiten schon ausgemalt, während ich immer wütender. Einer selbsterfüllenden Prophezeihung stand jetzt rein gar nix mehr im Wege. Und so kam, was kommen mußte… ganze 5 Mal sollte ich mich in Geduld üben müssen!

Beim 3. Anlauf war ich so richtig sauer und bemerkte meine Röte im Gesicht. Ein Fingernagel hatte ich vor Erregung schon gekappt und mir wurde schlagartig bewusst, was dieser Satz „Ich ärgere mich“aussagt, nämlich: ICH ärgere MICH. Das bedeutet ja, das mich nicht JEMAND ärgert, sondern ICH! MICH! selbst!

ICH ärgere MICH….

das sitzt!!! Denn das bedeutet nix anderes als, ICH bin dafür verantwortlich – kein anderer außer MIR! Ich entscheide, will ich mich ärgern oder will ich nicht! Demnach habe ich es in der Hand die Situation zu drehen, zu kippen, zu stürzen oder zu MEINEN Gunsten zu verändern? OK, dann mal los…

 Als mir bewusst wurde, welche Macht mir zur Verfügung stand, wollte ich es sofort ausprobieren. Es macht doch keinen Sinn, mir selbst den Tag zu vermiesen und das wäre ganz sicher passiert, wenn ich mich dieser Situation weiter ausgeliefert hätte. Ganz davon abgesehen, dass wahrscheinlich kein Fingernagel übrig geblieben wäre…

Also habe ich kurz überlegt, wie könnte ich mich ablenken und auf positive Gedanken ausrichten? Hast du das schon einmal ausprobiert? Und so entschloss ich mich, die Achtsamkeit auf meine Atmung zu legen – einatmen/ausatmen – einatmen/ausatmen – Rhythmus finden und nochmal „bleib bei dir, Brigitte – nur bei dir“!

Mit der Atmung wurde ich ruhiger und ruhiger, während ich immer noch in der Warteschleife hing. Ich stellte mir gedanklich freundliche Mitarbeiter dieser Gesellschaft vor, die gestrebt sind, ihr Bestes zu geben. In Gedanken sah ich sie lächeln und bemerkte, wie auch ich mit geschlossenen Augen lächelte – während ich immer noch wartete….

Wartezeit ist ME-TIME ..

und die beste Zeit, um eine Pause in den Alltag zu integrieren und mir eine Atempause zu gönnen. Gibt es denn überhaupt etwas Schöneres, als sich um sich selbst zu kümmern?

In diesem Moment war ich so richtig bei mir angekommen, so unsagbar dankbar, weil ich eine Möglichkeit sah, diese Situation zu MEINER zu machen. Es war großartig die Verantwortung zu spüren und in wenigen Minuten aus Ärger Dankbarkeit wird. Die Macht, die mir bewußt wurde, dass ICH der Kapitän des Schiffes bin. Es liegt in meiner Hand. Ich war so dankbar für diese Erfahrung. 

Es darf so einfach sein..

und doch gelingt es mir nicht immer, aus der Ich-will-mich-ärgern-Dauerschleife auszubrechen. 

Urplötzlich holte mich eine angenehme weibliche Stimme aus der Warteschleife. Ich war noch so in meiner ME-Time, dass ich erst mal überlegen mußte, warum ich überhaupt angerufen hatte. Es dauerte einen Moment um mich zu erinnern und diesmal – mit meiner mega guten Laune – wurden alle meine Fragen beantwortet. So cool – warum nicht gleich so?

Feel good…

Ich bedankte mich bei der Mitarbeiterin aufrichtig für die professionellen Hilfe. Für die vorausgegangenen technischen Schwierigkeiten ist sie nicht verantwortlich. Im Anschluss bat sie mich, eine gute Bewertung für ihre Beratung abzugeben. Durch meine ME-TIME war ich in perfekter Stimmung, so dass ich ihr eine hervorragende Bewertung zusicherte, die sie auch verdient hatte.

Im Anschluss an dieses Telefonat war ich ausreichend entspannt, um den verbleibenden Tag in bester Stimmung zu genießen. Dieses wunderbare Erlebnis war ein tolles learning über mich selbst.

„Es sind nicht die äußeren Umstände, die das Leben verändern – sondern die inneren Veränderungen, die sich im Leben äußern.“ (Wilma Thomalla)

Es liegt an uns selbst, welche Möglichkeiten wir ausschöpfen. Manchmal sehen wir keine andere und manchmal wollen wir es nicht sehen. In diesem Fall entscheiden wir uns dafür, in der Warteschleife hängenzubleiben. Bedenke, es heißt: Ich ärgere MICH!

Eine „ICH-ZEIT“ ist ein wundervolle Zeit. Erkenne, wie du sie sinnvoll nutzen kannst, Gelegenheit bietet sich täglich. Ich wünsche dir, komm gelassen durch den Tag! Nimm die positive Stimmung mit in den Abend und in die Nacht. Das ist mit Sicherheit die beste Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf.

Fühl dich von ganzem Herzen umarmt

 

 

 

 

 

Deine Brigitte

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